JUST WHEN I THOUGHT I'D KNOW YOU

multimedia art installation

3 piece 6 channel audio, 1 channel video multimedia art installation

as part of the RAINY DAYS contemporary music festival

at the Philharmonie Luxembourg.

10.11.2022 - 23.12.2022

 

commissioned by Philharmonie Luxembourg

curator – Lydia Rilling

concept, art direction, implementation – Patrick Muller

 

Luxembourg, 2022

 

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Das Becken ist sicherlich eines der wenigen Instrumente, das in fast allen Kulturen der Welt bekannt ist. Allein in der westeuropäischen Musiklandschaft ist der Klang des Beckens nicht nur fester Bestandteil eines fast jeden Musikgenres, sondern hat zudem nicht selten eine stilprägende Funktion; man denke an das Wechselspiel von offener und geschlossener Hi-Hat im House, oder das durchgehend geschlagene Becken als Klangteppich in der härteren Rockmusik.

Trotzdem wird das Becken beinahe ausnahmslos lediglich im Zusammenspiel mit anderen Instrumenten benutzt, als Teil eines größeren Klangkörpers. Musikstücke, die das Becken als Hauptinstrument prominent platzieren, oder gar Solostücke für Becken, sind kaum existent.

Zu unrecht, bietet das Becken doch eine Reihe an Spielmöglichkeiten und eine Fülle an Obertönen, die das Klangspektrum weit facettenreicher machen, als es ein flüchtiges Hören erahnen ließe.
Tatsächlich offenbart sich diese Klangwelt jedem geneigten Hörenden – so geneigt, dass sich das Ohr nur wenige Millimeter über der Oberfläche des Beckens befindet. Eine Art Klangmikroskopie, die sich die Installation Just When I Thought I’d Know You zunutze macht:

Ein Becken wird mechanisch angeregt und in Schwingung versetzt.
Ein Konstrukt bestehend aus Mikrofonen und Kamera analysiert präzise die akustischen und visuellen Eigenschaften der schwingenden Metallscheibe. Anregung und Analyse dieses mechanisch-digitalen Konstrukts folgen offensichtlich eigenen Kriterien; das Ganze hat fast schon den Anschein einer wissenschaftlichen Untersuchung.

Die Resultate dieser Analyse sind an zwei entfernten Orten über Lautsprecher hörbar, und über Bildschirme sichtbar. Diese drei Stationen – die Analyse, sowie deren akustische und visuelle Darstellung – bilden eine Einheit.